Ursula Theissl
In Graz/Österreich geboren, führte mich mein Weg an die Technische Universität Graz, wo ich Architektur studierte. Das Studium vereinte technisches Wissen mit künstlerischer Ausbildung und prägte mein Verständnis von Raum, Form und Material nachhaltig. Besonders die Auseinandersetzung mit künstlerischer Gestaltung bei Giselbert Hoke, Aktzeichnen, Möbelentwurf sowie zeitgenössischer Kunst bei Kuppelwieser eröffnete mir neue Perspektiven auf das kreative Schaffen.
Architektur schafft Räume, die mit allen Sinnen erlebt werden können. Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich die zentrale Fragestellung meiner künstlerischen Arbeit: Wie lässt sich die räumliche Wirkung, die Dreidimensionalität und die sinnliche Erfahrung architektonischer Räume auf die zweidimensionale Fläche eines Bildes übertragen?
Diese Suche bildet bis heute den Ausgangspunkt meines Schaffens. Farben, Materialien und moderne Technologien werden dabei zu Experimentierfeldern, auf denen immer neue Möglichkeiten entstehen. Aus dieser kontinuierlichen Auseinandersetzung sind mittlerweile weit über einhundert Werke auf Leinwand, Holz und Metall hervorgegangen, vielfach ergänzt durch das Medium Licht.
Charakteristisch für meine Arbeiten sind plastische Farbaufträge und strukturierte Oberflächen, die flache Bildträger in reliefartige, beinahe skulpturale Objekte verwandeln. Besonders deutlich wird dies in der Werkserie „Farbwolken“, in der sich Farbe und Struktur zu einer eigenständigen räumlichen Präsenz verdichten.
In meinen aktuellen Arbeiten beschäftige ich mich einerseits mit monochromen Strukturen auf Leinwand, deren Erscheinungsbild sich durch Hinterleuchtung verändert und zwischen Positiv und Negativ oszilliert. Andererseits entstehen aus vielschichtigen, farbintensiven Oberflächen lebendige Lichtspiele, die den Bildraum in ständiger Bewegung halten und den Betrachter zu einer immer neuen Wahrnehmung einladen.
